GRIGRI

Das GriGri ist das wohl bekannteste, halbautomatische Sicherungsgerät aus dem Hause Petzl. Als es auf den Markt kam wurde es hoch gelobt und man war der Meinung die Zeit der Sicherungsfehler sei endgültig vorbei. Als dann dennoch Unfälle passierten und sich die Zahl der Unfälle häuften wurde es verdammt, es wurden sogar Stimmen laut die es verbieten wollten.
Wir wollen euch hier Vor- und Nachteile des GriGris aufzählen und euch eine kleine Anleitung zur Benutzung dieses Geräts geben.

Funtionsweise

Das GriGri soll bei einer langsamen Seilausgabe den Seildurchlauf einfach zulassen und bei einem ruckartigen Seilzug, wie einem Sturz, ohne weiteres zutun des sichernden blokieren. Ein regulierter, weicher Seildurchlauf findet nicht automatisch statt.
Um den Blockierungsmechanismus zu lösen, muß der Hebel am Gerät vorsichtig nach hinten gezogen werden. So bremst das Gerät allerdings nicht mehr, bis der Hebel wieder losgelassen wird.

Vorteile:

  • Das Gerät blockiert bei einem Sturz selbstständig und funktioniert somit auch, wenn der Sichernde z.B. durch einen Steinschlag bewußtlos ist oder wegen eines Schlages gegen die Wand das Seil loslässt.
  • Das Seil grangelt nicht.
  • Der Sichernde kann den Kletternden ohne Kraftaufwand halten. Das ist vor allem bei langem Routen ausbouldern von Vorteil. Aber auch bei Kinderkletterveranstaltungen oder anderen lang andauernden Sicherungen leistet das GriGri großartige Dienste.
  • Bei korrekter Anwendung ist das GriGri sehr sicher.

 

Nachteile:

  • Bei unzureichende Anwenderschulung ist das Gerät gefährlich und es kommt immer wieder zu Anwenderfehlern und sogar tödlichen Unfällen, vor allem in Kletterhallen.
  • Dynamisches Sichern ist nur eingeschränkt möglich, da das Gerät immer vollständig blockiert.
  • Bei dünnen Seilen (unter 9,8 mm) blockiert das GriGri nicht vollständig.
  • Seilreibung kann den „Ruck“, der das Gerät zum Blockieren bringt, außer Kraft setzen und das Seil rutscht durch das Gerät.
  • Das Gerät arbeitet gegen den menschlichen Reflex. Im Schreckmoment muß der Hebel losgelassen werden. Der menschliche Reflex ist es jedoch, das Gerät und den Hebel an den Körper zu ziehen. Dadurch wird der Mechanismus des Geräts jedoch außer Kraft gesetzt.
  • Der Einsatzbereich des GriGris wird aufgrund seines Gewichts und der fehlenden Möglichkeit sich damit abzuseilen, stark beschränkt und so findet es sich hauptsächlich in Klettergärten und Kletterhallen.

 

Die häufigsten Anwenderfehler:

  • Falsches Seileinlegen: Ein häufiger, aber leicht zu vermeidender Fehler. Ein Blockier-Funktionstest im Rahmen des Partnerchecks vor dem Start ist eine einfache und wichtige Maßnahme.
  • Loslassen der Bremshand: Wird im blockierten Zustand die Hand vom Bremsseil genommen kann es passieren das bei einer anschließenden langsam zunehmenden Belastung der Blockiermechanismus nicht vollständig funktioniert.
  • Durchziehen des Ablasshebels: Das ist der häufigsten Fehler bei der Sicherung mit dem GriGri. Vor allem beim Ablassen werden hier Fehler gemacht. Die Koordination zwischen Bremshand und Hand am Ablasshebel ist für Anfänger oft schwierig. Kommt es durch Erschrecken zu einer Panikreaktion, wird der Ablasshebel durchgezogen. Die Folgen eines Durchreißens des Ablasshebels sind fatal.
  • Das Bockieren des Bremsmechanismus: Hier liegt eines der größten Gefahrenmomente des GriGris. Braucht der Vorsteiger schnell Seil, setzen viele Sicherer den Blockiermechanismus des GriGris außer Kraft. Stürzt in dem Moment der Kletterer, kann das Gerät nicht blockieren. Hinzu kommt der Greifreflex, der den Sichernden häufig dazu veranlasst das ausziehende Seil oberhalb des GriGris festzuhalten. Der ruckartige Zug auf das Gerät bleibt aus und es kommt zum Seildurchlauf im Gerät. Verbrennungen beim Sicherer und ein schwerer Sturz beim Kletternden sind die Folgen.

 

Die Korrekte Bedienung:

Das GriGri ist ein höchst zuverlässiges Sicherungsgerät wenn es korrekt bedient wird. Die richtige Bedienung ohne fachmännische Anleitung zu lernen, ist beinahe unmöglich. Deswegen empfehlen wir die Einweisung in den Gebrauch des Geräts durch eine speziell ausgebildete Schulungskraft. Welche Sicherungsmethode man mit dem GriGri letztendlich anwendet, es gibt ein paar Sachen die auf jeden Fall beachtet werden sollen.
Für die Sicherung des GriGris muß auf jeden Fall ein Safelock-Karabiner benutzt werden. Ob dabei ein Safebinder, einen Twistlock, oder einen Schraubkarabiner benutzt wird, ist relativ egal.
Zum Einlegen des Seils wird das GriGri aufgeklappt und das Seil so eingelegt, dass das zum Kletterer führende Seilende in Richtung Klettersymbol führt und das Bremsseil in Richtung des Bremshandsymbols. Die Piktogramme sind hier zwar eindeutig, dennoch wird das gerne falsch gemacht.
Wird das Gerät geschlossen, muß das Seil das zum Vorsteiger führt nach oben weisen. Das Bremsseil kommt nun aus der vom Körper entfernten Öffnung. So wird das GriGri in der Anseilschlaufe befestigt.

 

Seil Einholen:

Um Seil schnell einzuholen wird das zum Kletterer führende Seil in das GriGri eingeschoben, gleichzeitig wird das Bremsseil nach vorne aus dem GriGri gezogen. Die Bremshand bleibt stets am Bremsseil, Daumen und Zeigefinger bleiben immer in Verbindung. So wird die Bremshand zurück an das Gerät geführt - sie „tunnelt“ - und blockiert das Bremsseil. Dann fährt die Führungshand am Führungsseil nach oben um Nachschub zu holen.

 

Seil Ausgeben:

Um Seil mit dem GriGri auszugeben gibt es verschiedene Methoden und alle haben sowohl Vor- als auch Nachteile. 

Methode 1 (Gaswerkmethode)

Die bekannteste Methode die auch vom DAV als Lehrmethode zur GriGrisicherung vertrieben wird ist die Gaswerkmethode.

Hier wird der Zeigefinger unter den Metallfalz gelegt, wobei der Daumen den Blockiermechanismus fixiert und die anderen drei Finger das Bremsseil fest umfassen. Das hört sich komplizierter an als es ist.

Das Bremsseil wird seitlich über die Ablasskante geführt und die Hand umschließt sie fest, während der Daumen leichten Druck auf den Blockiermechanismus ausübt um ein versehentliches Blockieren beim Seil ausgeben zu verhindern. So kann Seil von der Führungshand nach oben aus dem Gerät gezogen werden. Gleichzeitig umschließt die Bremshand stets das Bremsseil.

Im Falle eines Sturzes wird nun die Klemmbacke nach oben gerissen und der Daumen klappt nach unten, so das die ganze Hand das Bremsseil umschließt.

Methode 2

Das Bremsseil wird mit der Führungshand aus dem GriGri gezogen, während die Bremshand gleichzeitig Seil in das Gerät einführt. Dann tunnelt die Bremshand entlang des Bremsseils um Nachschub zu holen und die Führungshand fährt zurück zum Gerät. Hierbei ist es wichtig das die Führungshand NIE das Führungsseil fixiert, ansonsten greift der Blockiermechanismus des Geräts nicht und im Falle eines Sturzes rutscht das Seil einfach durch.

Diese Methode ist sehr einfach zu erlernen und bei korrekter Anwendung auch sehr sicher. Allerdings hat sie den Nachteil, dass sie es dem Sichernden nicht ermöglicht, schnell viel Seil auszugeben.

 

Ablassen:

Das Seil wird beim Ablassen über die gefalzte rechte Ablasskante des Geräts geführt. Die Bremshand befindet sich stets am Bremsseil und gibt das Seil kontrolliert nach. Die Stärke des Seilzuges wird hierbei durch VORSICHTIGE Betätigung des Hebels durchgeführt, die das Gerät dosiert entblockiert. Die Geschwindigkeit des Ablassens wird also durch die Bremshand und das Betätigen des Hebels kontrolliert.

 

Dynamisch sichern:

Dynamisches Sichern mit dem GriGri ist nicht einfach. Der Sichernde sollte dazu in den Knien leicht gebeugt sein und muß sich im Falle eines Sturzes auf die Wand zubewegen damit der Sturz nicht zu hart für den Kletterer ausfällt.

  

Der Sichernde sollte (vor allem bei schwereren Kletterern) außerdem üben, sich im Falle eines Sturzes mit den Füßen an der Wand abfangen zu können.

 

 



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