Einige Unfälle haben sich in letzter Zeit ereignet bei denen die Kletterer falsch im Seil eingebunden waren. Diese Unfälle sind leicht zu vermeiden wenn man die folgenden Tipps beherzigt:
- direktes Einbinden - es ist zu empfehlen das Seil direkt in den Klettergurt mittels Achterknoten oder doppelten Bulinknoten einzubinden. Verwendet man einen Karabiner zum einbinden kann es dazu kommen, dass man den Karabiner nicht an der korrekten Stelle des Knotens einhängt. Es ist zwar etwas umständlicher, aber es werden Fehlerquellen minimiert
- Partnercheck - macht ihn einfach. Es sind nur Sekunden die dafür benötigt werden. Checkt ob der Knoten an der korrekten Stelle befestigt wurde und ob bei der Person die sichert das Sicherungsgerät ordnungsgemäß verwendet wird.
- Zieht eure Knoten fest! Nur dann ist sichergestellt, dass der Knoten nicht aufgeht.
Trotz der Tatsache, dass immer mehr Routen sportklettertechnisch erschlossen sind und dass z.B. in der Halle die Hakenabstände relativ nah beieinander sind, kann es bei falschem Sichern (gerade im Vorstieg) zu schweren Unfällen kommen. Beachtet folgende Regeln um das Risiko zu minimieren:
- Beim sichern nicht zu weit von der Wand entfernt stehen. Bei einem Sturz wir der Sichernde an die Wand gezogen... steht er weit entfernt, wird er eine größere Strecke zu Wand gezogen was bewirkt, dass der Kletterer tiefer stürzt.
Das kann zu Groundern führen.
- Schlappseil im unteren Bereich der Kletterroute. Oft beobachtet man, dass der Sichernde gerade im unteren Bereich einer Kletterroute zu viel Schlappseil lässt. Das hat nichts mit dynamischem Sichern zu tun. Bei zu viel Schlappseil ist ein Grounder vorprogrammiert. Kontrolliertes dynamisches Sichern ist eine feine Sache, erfordert aber viel Erfahrung. Und: dieses wird nicht durch viel Schlappseil erreicht!
- Das richtige Sicherungsgerät - wählt das Sicherungsgerät das zu eurer Sicherrungserfahrung passt. Es gibt viele (gute) Geräte die aber alle gewisse Eigenheiten haben. Seit euch sicher, dass ihr das Gerät was ihr verwendet gut kennt und "sicher" damit umgehen könnt. Lasst euch die Geräte von Fachpersonal zeigen und achtet auf die Besonderheiten.
Klingt lächerlich - ist es aber nicht. Es kommt wirklich vor, dass ein zu kurzes Seil verwendet wird. Meist mit schwerwiegenden Folgen. Denn oft macht sich dieser Fakt erst beim Abseilen bemerkbar. Der Kletterer ist dann häufig in einer Körperposition bei welcher die Beine eher gen Wand denn gen Boden gerichtet sind. Fällt er in dieser Position wird er auf den Rücken fallen - ein Sturz aus wenigen Metern höhe kann hier fatale Folgen haben. Deshalb:
- Überprüft, ob das Seil für die Route lang genug ist. In den meisten Topos ist angegeben was für eine Seillänge gebraucht wird. Nehmt also mind. ein Seil in der angegebenen Länge... ein längeres Seil kann nicht schaden!
- macht einen Knoten ans Seilende. Dies verhindert, dass das Seilende durch das Sicherungsgerät rutschen kann. Einfach und effektiv. Ihr könnt das Seil bei Verwendung eines Seilsacks auch mittels Achterknoten in eine der Schlaufen binden. Auch das verhindert, dass das Seil durch das Sicherungsgerät rutschen kann.
Kommuniktation an der Wand ist wichtig. Sprecht mit eurem Sicherungspartner genau ab, was ihr mit welchen Kommandos meint. Die allgemeingültigen Kommandos und deren Bedeutung sind im Folgenden aufgelistet:
- Zu
Der Sichernde bringt Spannung auf das Seil und erwartet, dass der Kletternde eine (im Seil sitzend) Pause machen will.
- Ab
Der Kletternde will abgelassen werden.
- Seil
Der Kletternde braucht Seil. Sollte vom Sichernden eigentlich bemerkt/gesehen werden, kann aber mitunter trotzdem vorkommen, dass der Kletternde warum auch immer dieses Kommando ausspricht. Bedeutet, dass man als Sichernder mehr Seil ausgibt (z.B. zum einhängen der Zwischensicherung)
- Stand
Wird beim Sportklettern eigentlich nicht verwendet.
Stand bedeutet, dass der Kletterer sich selbst gesichert hat - also nicht auf das Seil als Sicherung angewiesen ist.
Stand sollte auch beim Umbinden wenn man draussen klettert nicht verwendet werden. Der Sichernde sollte den Kletternden nie ganz aus der Sicherung nehmen. Dies ist nur dann notwendig, wenn sich der Kletterer Abseilen möchte. Kommt aber beim Sportklettern selten vor.
Um genau zu sein sind die Befehle ZU, AB und SEIL die einzigen Befehle die beim Klettern in der Halle zum tragen kommen!